Sie befinden sich hier: boersenpoint.de > Vergleiche >  Forex-Vergleich

Forex-Empfehlung

Der Forexmarkt

Die unterschiedlichen Währungen sind in der heutigen Zeit der sich immer weiter steigernden Globalisierung wichtiger denn je. Ebenso verhält es sich mit dem Handel der bedeutenden Währungen wie dem US-Dollar, dem Euro oder dem japanischen Yen. Der Ort, an dem der Handel zwischen den Währungen, der so genannte Devisenhandel, stattfindet, nennt sich Devisenmarkt oder nach der englischen Bezeichnung Foreign Exchange, kurz Forex-Market. Lokalisieren lässt sich dieser Markt zwar nicht, da der Handel inzwischen vollständig zwischen den Marktteilnehmern stattfindet, aber mit einem Tagesumsatz von ungefähr 4 Billionen US-Dollar ist er immerhin der größte Finanzmarkt weltweit.

Der Handel mit den Währungen hängt von den Wechselkursen ab. Als der erste internationale Devisenhandel im Jahr 1880 über den Tisch ging, war an feste Wechselkurse noch lange nicht zu denken. Damals begann alles mit der Möglichkeit, ausländische Zahlungen auf einem eigenen Bankkonto im Ausland gutschreiben zu lassen. Erst Jahrzehnte später, im Jahr 1944, wurden durch das Bretton-Woods-Abkommen weltweit feste Wechselkurse und ihre Schwankungsbreiten festgelegt. Das System der festen Wechselkurse wurde Anfang der 70er Jahre durch das Prinzip frei schwankender Wechselkurse gegen den US Dollar abgelöst, dem so genannten „Block Floating“. Die daraus resultierenden größeren Kursschwankungen bedeuteten höhere Risiken für die Marktteilnehmer, denn diese Entwicklung, so merkte man bald, hatte unter anderem auch zur Folge, dass der Devisenmarkt sehr viel empfindlicher auf politische und staatliche Entscheidungen reagierte als der Aktienmarkt, was sich gerade in der jüngsten Vergangenheit durch die Eurokrise drastisch bemerkbar gemacht hat.

Der Devisenhandel

Im Großen und Ganzen kann man den Handel mit Devisen als ein Aufeinandertreffen von Angebot und Nachfrage bezeichnen, beziehungsweise als den Tausch inländischen Geldes in ausländisches oder umgekehrt, was auf der Basis eines ausgehandelten Devisenkurses passiert.  Man unterscheidet hier zwischen dem Geldkurs und dem Briefkurs, wobei der erste den Verkaufs- oder auch Angebotskurs von Devisen und Wertpapieren bezeichnet, mit anderen Worten den Kurs, zu dem ein Verkäufer Wertpapiere verkaufen möchte. Angebote, bei denen es zu keiner Nachfrage kommt, werden ebenfalls von diesem Kurs bestimmt. Der Geldkurs wiederum ist das Gegenstück zum Briefkurs und definiert den Preis oder Kurs, zu dem Aktien erworben werden können. Er zeigt, wie es um die Nachfrage auf dem Markt bestellt ist. 

Neben den Zentralbanken gehören Kreditinstitute, größere Industrieunternehmen, private Devisenhändler, Devisenmakler und Handelshäuser zu den wichtigsten Marktteilnehmern auf dem Devisenmarkt. Zentralbanken nutzen diesen Markt unter anderem für Devisenmarktinterventionen, also die Möglichkeit, aus politischen Gründen in den Markt eingreifen zu können, womit beispielsweise bei Bedarf bdas Devisenmarktgleichgewicht wieder hergestellt werden kann. Während es vor einigen Jahrzehnten noch zahlreiche Devisenbörsen gab, wird der Handel inzwischen so gut wie nur noch außerbörslich im Interbankenhandel vollzogen. Devisenbörsen wurden weitgehend abgeschafft und ihre Funktionen, wie zum Beispiel die Ermittlung der amtlichen Devisenkurse, von anderen Organen übernommen. 

Verschiedene Formen der Devisengeschäfte

Der Devisenhandel findet zu einem Großteil zwischen international tätigen Kreditinstituten statt. Die allgemeinen Devisengeschäfte werden hier in vier verschiedene Klassen unterteilt. Die erste beschreibt einen reinen Währungsaustausch und wird Devisenkassageschäft oder auch Spotgeschäft genannt. In diesem Fall liegen zwischen dem Abschluss des Geschäftes und der Erfüllung der beidseitigen Ansprüche nur zwei Bankarbeitstage. Die verkauften Devisen gehen nach diesem Zeitraum vom Verkäufer an den Käufer. 

Anders sieht es beim Devisentermingeschäft aus. Hierbei wird ein so genannter Terminkontrakt, also ein Vertrag, zwischen zwei Parteien abgeschlossen, der festlegt, wann die Ware zu welchem Preis und welcher Menge angenommen und wann sie geliefert wird. Ebenfalls regelt der Terminkontrakt, wann der endgültige Abschluss des Geschäfts anfällt. Im Gegensatz zum Devisenkassageschäft kann es sich hierbei um einen Zeitraum von 3 Arbeitstagen bis hin zu einem Jahr oder mehr handeln. Die Vertragsparteien binden sich mit dem Kontrakt daran, die vereinbarten Bedingungen in jedem Fall einzuhalten, egal ob sich die aktuelle Kurssituation verändert hat, oder nicht, wobei der erste Fall wahrscheinlicher ist, gerade wenn man von längeren Zeiträumen ausgeht.

Eine weitere Art des Devisengeschäfts ist der so genannte Swap, also Tausch. Beim Devisenswapgeschäft werden Kassa- und Termingeschäft miteinander kombiniert. Die Vereinbarung beinhaltet gleichzeitig den Tausch von zwei Währungen an dem Tag, wenn der Geschäftsabschluss stattfindet, sowie einen Rücktausch zu einem späteren Zeitpunkt. 

Bleibt nur noch, das Devisenoptionsgeschäft zu erwähnen. Gegen die Zahlung einer Optionsprämie kann damit der Käufer das Recht erhalten, eine Währung zu einem festgelegten Kurs und Zeitpunkt zu beziehen oder zu liefern. Diese Vereinbarung wird zwischen Verkäufer und Käufer getroffen, wobei sich der Verkäufer der Option dazu verpflichtet, die Währung zu liefern oder entgegenzunehmen.

Das Internetzeitalter

Wie in beinahe allen Bereichen des täglichen Lebens spielt sich inzwischen auch der Handel mit den Währungen so gut wie komplett über das Internet ab. Da es einen lokalen Börsenplatz im Devisenhandel nicht mehr gibt, wird das Internetgeschäft zwischen den Banken oder anderen Teilnehmern am Markt vollzogen. Dies ermöglicht einen Handel, der im Grunde rund um die Uhr stattfinden kann. Die Händlernetze, über die der Handel im Forex verläuft, können so theoretisch von Sonntagabend bis Freitagabend mitteleuropäischer Zeit agieren. Dank des Handels Online kann heute sogar am Wochenende gearbeitet werden. Es gibt nur einige wenige Ausnahmen, wie Feiertage in den Vereinigten Staaten, an denen der Dollar nicht gehandelt wird, ebenso wie der Euro am 1. Mai. Doch bis auf diese Ausnahmen kann man auf dem Devisenmarkt von einem durchgehenden Handel rund um die Uhr sprechen. 

Diese Entwicklung zu einem Tag und Nacht andauernden Handel hat für Händler viele Vorteile, denn so hat man jederzeit die Möglichkeit, am Markt zu reagieren. Dank ausgereifter Technik ist es inzwischen kein Problem mehr, am Computer zuhause oder sogar schon an so manchem Smartphone seine Geschäfte zu tätigen. Wer möchte, kann mit Hilfe so genannter Charttechniken rund um die Uhr den Verlauf der Kurse verfolgen und im Fall der Fälle auf diese reagieren. Je nach Trader Konto kann man auf Computeranwendungen zurückgreifen, die meist kostenlos zur Verfügung gestellt werden, jedoch einiger Übung bedürfen.

Je nach Internetverbindung und Browser kann der Händler hierbei jedoch auch entscheidend ins Nachteil geraten, denn mit Verzögerungen bei der Übertragung ist immer mal zu rechnen, wobei der Währungskurs meist bereits wieder gesunken oder gestiegen ist, bevor der Handel geschlossen werden kann. Zu empfehlen ist bei der Benutzung von Smartphones oder dem Internet zuhause deshalb in jedem Fall eine Stop Loss Automatisierung. 

Besonders zwischen den großen Händlern am Devisenmarkt, also den Banken, findet der Handel inzwischen nur noch über das Internet statt, was zu so schnellen Entwicklungen führen kann, dass innerhalb kürzester Zeit enorme Geldbeträge über den Tisch gehen. Die Banken sind diejenigen, die auch den Privatanlegern so einen Zugang zu den Geschehnissen am Markt ermöglichen. 

Accounts und Risiken

Gerade für Privatanleger kann der Handel mit Devisen so manches Risiko beinhalten. In den meisten Fällen wird nämlich auf Marge gehandelt. Entspricht die Marge einem Prozent, kann der Anleger bei einer Einzahlung von 1.000 Euro so für 100.000 Euro andere Währungen kaufen. Hier bleibt jedoch immer auch das Risiko, dass die gekaufte Währung um mehr als ein Prozent fällt, was den Anleger dazu zwingen kann, der Nachschusspflicht nachzukommen. Privatanleger gehen beim Devisenhandel mitunter ein extrem hohes Risiko ein, das für sie selber schwer oder gar nicht zu kontrollieren ist. Obwohl Banken vermehrt mit dem Devisenhandel werben und versuchen, ihre Kunden dafür zu begeistern, ist der Devisenmarkt an sich privaten Händlern eher weniger zu empfehlen. 

Wer es jedoch trotzdem wagen möchte, sein Glück mit den Währungen zu versuchen, der sollte erst einmal klein beginnen. Zu diesem Zweck bieten viele Broker ihren Kunden zunächst so genannte Mini Konten oder Demo Konten an. Bei der Eröffnung eines Mini Kontos wird erst einmal nur mit verhältnismäßig kleinen Beträgen gehandelt. So kann der Kunde schon ab einem Betrag von 100 US Dollar am Trading teilnehmen. Das Demo Konto hingegen ist eine komplett risikofreie Art, das Devisengeschäft auszutesten. Hierbei wird nämlich gar nicht mit echten Beträgen gehandelt sondern mit fiktiven Geldmitteln. Ein großer finanzieller Verlust ist hiermit sozusagen ausgeschlossen. Auf einen bestimmten Zeitraum beschränkt, und meist sogar ohne Kosten, kann man so ausprobieren, was es bedeutet, am Devisenhandel teilzunehmen.

Wer genug Vertrauen in jemand anderes stecken möchte, kann jedoch auch auf die so genannten Forex Managed Accounts zugreifen. Dies ist besonders denjenigen zu empfehlen, denen die Zeit fehlt, sich ausreichend selbst um die Entwicklungen am Markt und den Handel zu kümmern oder Neueinsteigern, die noch nicht viel über das Geschäft und die Reaktionen am Devisenmarkt wissen. Der Anleger hat bei dieser Art des Kontos nicht die Möglichkeit, selbst die Verwaltung zu übernehmen, sondern stellt hierfür einen Forex Broker an, der sich mit dem Markt bestens auskennt und so, zumindest hofft man das, die besten Entscheidungen für seinen Kunden treffen kann. 

Es ist ohne Frage eine lukrative Art und Weise sein Geld anzulegen, doch muss man immer damit rechnen, dass es am Ende doch zu Verlusten kommt. Man hat keine Einsicht darin, was jemand Fremdes mit dem eigenen Geld anstellt und muss somit großes Vertrauen mitbringen, wenn es darum geht, einem Broker den Account zu überlassen. Andererseits kann man davon ausgehen, dass der Broker sehr große Erfahrungen mitbringt und versuchen wird, so wenig wie möglich schief gehen zu lassen, da in den meisten Fällen die eigene Provision von den Gewinnen abhängt, die der Kunde mit seiner Anlage macht. Ein weiterer Vorteil, den man hierbei nicht verachten darf, ist die Tatsache, dass die gesamte Aktionsphase durch den Forex Managed Account ausgeschöpft werden kann, also der gesamte Handelszeitraum einer Woche, der fünf Tage lang für 24 Stunden durchgehend stattfindet. 

Das Abgeben des Forex Accounts in fremde Hände unterteilt sich wiederum in zwei verschiedene Möglichkeiten. Wer ganz und gar auf das Können und die Fähigkeiten seines Brokers vertraut, übergibt diesem die gesamte Verantwortung und kann nicht durch gewisse Einschränkungen intervenieren. Für die skeptischeren Vertreter unter den Anlegern gibt es jedoch auch die Möglichkeit, vertraglich Beschränkungen und Bedingungen zu vereinbaren, die die Handlungsfreiheit des Brokers einschränken. Hierzu gehören unter anderem Vereinbarungen dazu, an welchem Termin oder auch in welcher Höhe die Geschäfte abgewickelt werden sollen. 

Mit Risiken ist jedoch immer zu rechnen, egal ob man sein Glück selber in die Hand nimmt oder ob man jemanden damit beauftragt. Um das Risiko in Maßen zu halten, kann man jedoch verschiedene Instrumente einsetzen, die unerwartete Schwankungen und Entwicklungen davon abhalten können, zu einem extremen Geldverlust zu führen. Eines dieser Instrumente ist der so genannte Stop Loss.

Dies ist eine andere Bezeichnung für die Ausstiegsgrenzen beim Forex Handel. Indem man diese Grenzen festlegt, kann man bestimmen, wann der Gewinn einbehalten oder der Verlust begrenzt und gestoppt werden soll. Festlegen kann man die Werte des Stop Loss bei der Eröffnung eines Handels. Mit dem Stop Loss kann ein Handel automatisch geschlossen werden. Dies ist besonders in einem Fall gut, wenn der Kurs in besonders schnellem Takt wechselt. Meist kann dann nämlich unter normalen Umständen gar nicht so schnell verkauft werden, wie sich der Kurs ändert. Wenn der Kurs jedoch den erwünschten Wert erreicht, an dem der Gewinn einbehalten werden soll, wird der Handel automatisch gestoppt. 

Dennoch ist auch hierbei Vorsicht geboten, denn Anbieter garantieren nicht immer den sofortigen Abschluss des Handels im Verlustfall. Passiert dies, kann negatives Kapital entstehen, was den Anleger dazu zwingt, zusätzlich zum Ausgleich des Kontos zu zahlen. Wenn der Handel außerdem nicht automatisch auf einem Hoch gestoppt wird sondern weiterläuft, kann der Kurs bereits wieder gefallen sein und der Gewinn ist verloren. 

Allgemein sollte man, wenn man den Forex Handel eingehen möchte, nach Anbietern suchen, die nicht nur durch besonders günstige Konditionen bestechen. Das Know How und das nötige Vertrauen, das man den Brokern entgegen bringen kann, spielen beim Devisenhandel eine weitaus größere Rolle als niedrige Kosten. Wer dazu bereit ist, ein wenig mehr für den Service zu zahlen, kann am Ende davon ausgehen, dass er auch mit sehr viel größerem Gewinn aus den Geschäften herausgeht. Natürlich lässt sich das Verlustrisiko nicht nur mit Qualität des Anbieters beschränken, eine totale Garantie auf Gewinn gibt es nicht, doch wem sein Geld etwas wert ist, der sollte vor der Bindung an einen Anbieter in jedem Fall die Konditionen und das Angebot verschiedener Möglichkeiten vergleichen. 

Der (geld)politische Einfluss auf die Kurse

Dem Risiko beim Devisenhandel zu entkommen, ist so gut wie unmöglich. Dennoch gibt es Anzeichen, auf die man als Anleger auch selber achten kann, um einen größeren Verlust möglicherweise zu umgehen. Bei plötzlichen Schwankungen am Markt lässt sich relativ wenig machen, doch gerade ausschlaggebende politische oder wirtschaftspolitische Entscheidungen einzelner Länder oder Unionen können viel zu den Aktivitäten am Markt beitragen. 

Hierzu gehören in erster Linie die Zinsentscheidungen der Zentralbanken. Diese bestimmen den Leitzins eines bestimmten Währungsraumes und werden von den Notenbanken der jeweiligen Länder in regelmäßigen Abständen getroffen. Sie können einen großen Einfluss auf die Kursentwicklung an den Märkten haben. Als besonders wichtig gelten die regelmäßigen Konferenzen der US Notenbank Fed. Wenn diese anstehen, schaut alle Welt gespannt in Richtung der Vereinigten Staaten, um so schnell wie möglich zu handeln, wenn es zu einer Entscheidung gekommen ist.

Die Märkte werden regelmäßig davon beeinflusst, ob die Fed beschließt, ihre Geldpolitik zu lockern oder nicht. Gerade in den vergangenen Jahren machte es oft einen ausschlaggebenden Unterschied, ob der Leitzins durch die Fed weiter herabgesetzt wurde. Die Kurse konnten dann innerhalb von kürzester Zeit auf einen Niedrigstand fallen, wenn keine Lockerung beschlossen wurde, oder in den Himmel schießen, wenn es für die Geldmärkte zu einem positiven Ergebnis kam. Wer das große Risiko also scheut, sollte diese Termine für das Geschäft eher meiden, denn ebenso wie es zu einem hohen Gewinn kommen kann, winken dem Anleger des Öfteren auch gigantische Verluste. Diejenigen, die sich allerdings gerade dann an den Markt wagen wollen, wenn es spannend wird, sollten genau auf die Zeichen in den Finanzmedien achten. Es ist in den meisten Fällen so gut wie unmöglich, die Entscheidung der Fed vorauszusagen, doch sobald feststeht, in welche Richtung sie sich entschieden haben, werden die Ergebnisse von den Finanzmedien bekannt gegeben. Da die Auswirkungen auf den Devisenmarkt jedoch meist erst einige Stunden später feststehen, muss jeder selber wissen, ob er das Risiko eingehen möchte. 

Ähnliche Reaktionen an den Märkten waren gerade im vergangenen Jahr zu bemerken, wenn es um Griechenland und die Euro Schuldenkrise ging. Jegliche Ankündigung aus den Reihen der Eurozone hatten empfindliche Reaktionen und massive Schwankungen der Kurse zur Folge. Als darüber diskutiert wurde, ob Griechenland erneut finanzielle Hilfe von den anderen Ländern der Währungsunion erhalten sollte, hielt man nicht nur im Devisenhandel sondern an allen Börsen weltweit den Atem an. Die Entscheidung, das südeuropäische Land weiter zu unterstützen und nicht aus der Eurozone zu verbannen, führte schließlich zunächst zu einem deutlichen Anstieg der Kurse, doch gerade der Euro hat es im Zuge der Krise zu fast keinem Zeitpunkt leicht gehabt.

Die Währungen

Die verschiedenen Währungen sind der Handelsgegenstand des Devisenmarktes. Eine besonders große Rolle spielen hierbei die stärksten Reservewährungen wie der US Dollar, der Euro, der japanische Yen und das britische Pfund. Die Währungen der großen internationalen Wirtschaftsräume werden verständlicherweise am häufigsten gehandelt, doch auch starke Finanzplätze wie die Schweiz tragen einen wichtigen Teil zum Devisenmarkt bei. Hinzu kommen die so genannten Commodity Dollars. 

Sie beschreiben die Währungen von Ländern, die besonders stark vom Rohstoffpreis abhängig sind. Hierzu gehört der Australische Dollar, der Neuseeland Dollar und der Kanadische Dollar, aber auch der Südafrikanische Rand und der Brasilianische Real. Bei einer hohen Nachfrage nach Rohstoffen steigt auch der Währungskurs der Commodity Dollars und ebenso gilt der Umkehrschluss. Sinken die Rohstoffpreise, so sinkt auch der Währungskurs. Abgesehen davon hängt ihr Währungskurs auch mit dem Wechselkurs des US Dollars zusammen, da Rohstoffe auf dem Weltmarkt in US Dollar verkauft werden. Aus diesem Grund finden sich oft Währungspaare zwischen Commodity Dollar und US Dollar.

Das meist gehandelte Währungspaar war in den Jahren 2001 bis 2010 der US Dollar mit dem Euro mit 28 Prozent aller Umsätze. Gefolgt wurde dieser Wert von 14 Prozent aus dem Währungspaar US Dollar und japanischer Yen und 9 Prozent aus dem Währungspaar Britisches Pfund und US Dollar. Die Währungspaare zeigen jeweils an, in welchem Verhältnis der Handel stattfindet. Bei der Bezeichnung EURUSD wird somit Euro gegen Dollar getauscht.

Aktuelle Entwicklungen

Die Krisen der vergangenen Jahre haben auch vor dem Devisenmarkt nicht Halt gemacht und ihre Spuren hinterlassen. Die Eurokrise, die noch immer aktuell ist, stellt hierbei keine Ausnahme dar. Die Anleger sind teils verunsichert und ziehen sich aus dem Devisengeschäft zurück, um sich in den sicheren Hafen von Gold- oder Immobilienanlagen zu flüchten, wo man zwar längst nicht so ein gutes Geschäft machen kann wie auf dem Devisenmarkt, jedoch zumindest vor den schlimmsten Risiken bewahrt wird. In einer Umfrage zu Beginn des Jahres sagte ein Großteil der befragten Anleger aus, Sicherheit sei ihnen im Moment wichtiger als eine saftige Rendite. Die Investoren üben sich also eher in Zurückhaltung und warten, so scheint es, eine Entscheidung der großen Notenbanken nach der nächsten ab, um dann kontrolliert und so risikoscheu wie möglich, ihre Züge zu machen. 

Die Unsicherheit, ob und wann es möglicherweise zum Ende einer der wichtigsten Währungen weltweit, dem Euro, kommen wird, tragen zu der angespannten Situation an den Märkten noch weiter bei. Die Eurokurse befinden sich schon seit Monaten im Keller und obgleich andere Währungen wie der US Dollar oder Schweizer Franken von dieser Entwicklung profitieren können, betrifft ein mögliches Ende der Eurozone doch die Finanzmärkte weltweit und somit auch den Devisenmarkt

Die Strategie der Notenbanken, ihre Geldpolitik immer weiter zu lockern und so viel frisches Kapital wie möglich in den Umlauf zu bringen, hilft kurzfristig, doch die kurzen optimistischen Entwicklungen an den Märkten flauen recht schnell wieder ab. Inzwischen hat der Dollar zum Yen seinen absoluten Niedrigwert erreicht und auch in Deutschland zeigte jüngst die Tendenz des Ifo Indexes, dass die Investoren noch lange nicht aufatmen können. Ebenfalls, und gerade für den Euro wichtig, ist die Entwicklung der angespannten Lage in anderen südeuropäischen Ländern wie Spanien, Portugal oder Italien, denn Griechenland ist schließlich nicht das einzige Sorgenkind der Währungsunion. Für wen der Rettungsschirm wann greifen wird, steht noch nicht fest, doch es ist damit zu rechnen, dass die Lage sich nur noch weiter verschärfen wird.

Der Devisenmarkt und der Devisenhandel werden weiterhin bestehen, egal wie sich die Zukunft des Euros oder anderer Währungen gestalten wird. So manche Krise hatte in der Vergangenheit schon für Trubel an den Finanzmärkten auf der ganzen Welt gesorgt und so ist davon auszugehen, dass man auch die derzeitige Schuldenkrise der Eurozone überstehen wird. 

Autor: Martin Brosy

L&S-DAX

DAX 10.516,00 -0,70%
Eröffnungskurs: 09:00 Uhr
Schlusskurs: 20:00 Uhr
Aktualisierungsintervall: Alle 15 Minuten.