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Binäre Optionen Empfehlung

Geschichte des Binärcodes

Die Handelsform der binären Optionen wird auf dem Markt immer bekannter und immer beliebter. Hierbei spielt vor allem ihre unfassbare Einfachheit eine große Rolle, denn der Anleger muss sich pro Handel nur zwischen zwei möglichen Kursrichtungen entscheiden: und zwar ob der Kurs fällt oder steigt, ob er eine zuvor festgelegte Preisspanne verlässt oder in dieser bleibt oder ob er einen bestimmten Punkt erreicht oder nicht. So verwundert es nicht, dass der Handel mit binären Optionen in der Welt der Anleger inzwischen schon zu einer der beliebtesten Handelsformen gehört.

Die Frage ist jedoch, wer den Einfall zu diesem einfachen und überschaubaren System hatte. Hierzu lässt sich sagen, dass der Handel mit binären Optionen auf dem so genannten Binärsystem basiert, das auch Dualsystem oder Zweiersystem genannt wird. Unter dem Binärsystem versteht man das zweitwichtigste Zahlensystem in unserer Gesellschaft. Vor ihm liegt nur noch das bekannte Dezimalsystem, doch im Bereich der Digitaltechnik ist das Dualsystem wohl beinahe schon als das bedeutendste zu bezeichnen. Es basiert nur auf zwei Ziffern, die so eine bestimmte Zahl darstellen und hat beispielsweise zur Entwicklung von elektronischen Rechenmaschinen beigetragen. Die Zahlen werden in der Digitaltechnik durch elektrische Zustände dargestellt. Hierfür werden meist zwei komplementäre Zustände wie Strom an/Strom aus verwendet. Das Binärsystem stellt die einfachste Methode dar, wenn die zwei Zustände als Ziffern benutzt werden sollen.

Auf dem Binärsystem basiert unter anderem auch der so genannte Binärcode. Dieser vereint die Gesamtheit aller Codes, die Informationen durch Sequenzen von zwei verschiedenen Symbolen darstellen. Binärcodes werden in der Regel dazu verwendet, digitale Informationen zu verarbeiten, wozu sich die Einfachheit des Systems ideal eignet. Logische Verknüpfungen und technische Verschaltungen mehrerer der einfachen Werte bilden komplexere und höherwertige Informationen ab, wobei der Code genau festlegt, wie diese abgebildet werden sollen.

Die Grundlage für den Binärcode und das Binärsystem werden oftmals auf Gottfried Wilhelm Leibniz (1646 bis 1716) zurückgeführt. Seine Heimatstadt Hannover wirbt noch heute damit, der Wissenschaftler, nachdem übrigens auch die Universität der Stadt benannt ist, habe das Binärsystem erfunden. So ganz stimmt dies allerdings nicht, denn schon lange vor Leibniz wurden überlieferte Schriftstücke gefunden, die bezeugen, dass sich schon im 3. Jahrhundert vor Christus Wissenschaftler mit Beschreibungen von Zahlensystemen beschäftigten, die nur aus zwei Zeichen bestanden, darunter zum Beispiel der alt-indische Mathematiker Pingala. Schon im Altertum und im Mittelalter wurde der Binärcode zur Nachrichtenvermittlung genutzt und gilt als Grundlage für die optische Telegraphie, die dazu führte, dass schon zu Zeiten Napoleons innerhalb von 15 Minuten Nachrichten bis zu 1000 Kilometer weit übermittelt werden konnten.

Somit war Leibniz eindeutig nicht der Schöpfer, dem die Idee zu diesem System kam. Es stimmt jedoch, dass er diese zu Beginn des 18. Jahrhunderts wieder aufnahm und dazu nutzte, mehrere Rechenmaschinen zu entwerfen, die noch heute als Grundidee für den Computer gelten, wie wir ihn kennen. In seiner Zeit in Hannover entwarf Leibniz insgesamt fünf Rechenmaschinen, die auf dem binären System basierten. Selber baute er sie allerdings nicht, sondern ließ diese Arbeit stets von geübten Mechanikern verrichten. Heute sind über die Rechenmaschinen allerdings nicht viele Dokumente mehr zu finden, obwohl es an der Universität Hannover noch das Original zu bestaunen gibt, das sogar funktionieren soll. Leibniz hatte sich recht ausführlich mit der binären Mathematik befasst, bemühte sich allerdings nie wirklich um die praktische Umsetzung oder gar Verbreitung seiner Rechenmaschine. Dennoch kann die von Leibniz beschriebene Binär-Maschine durchaus als Vorläufer der heutigen binär rechnenden Computer bezeichnet werden.

In der jüngeren Geschichte der Technik griffen immer wieder Wissenschaftler die Arbeit von Leibniz auf. Im 19. Jahrhundert tat dies beispielsweise der britische Mathematiker George Boole, der daraus das System der Booleschen Algebra entwickelte, das er in einer richtungsweisenden Arbeit detailliert beschrieb. Heute gilt das System als Grundlage für die Realisierung elektronischer Schaltkreise, die die Arithmetik im Binärsystem implementieren. 1937 nutzte Claude Shannon die Grundlagen Booles in seiner Masterarbeit und begründete somit die Konstruktion digitaler Schaltkreise. Der als Urvater des Computers geltende Deutsche Konrad Zuse schuf in der Zeit vor und während des Zweiten Weltkriegs die ersten elektronischen Digitalrechner, die auf Elektronenröhren basierten. Darunter war im Jahr 1941 auch ein universell programmierbarer binärer Digitalrechner, der aber leider im Laufe des Krieges komplett zerstört wurde.

Noch heute basiert ein bedeutender Teil der elektronischen Datenverarbeitung auf dem Binärsystem, was wohl unter anderem Menschen wie Leibniz und Zuse zu verdanken ist. Auch Informationen werden mit Hilfe des Binärcodes übertragen, wenn ein Wechsel zwischen zwei Zuständen erzeugt und wieder gemessen werden kann. So erstaunt es nicht, dass dieses geniale System unter anderem auch als Grundlage für die beliebte Handelsvariante mit den binären Optionen gilt.

Autor: Martin Brosy

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