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17.11.2016 09:21 Age: 193 days
Autor: Martin Brosy

Zahnzusatzversicherungen: Für wen sie sich lohnen und wie man sie abschließt

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Insbesondere wenn es um Oralchirurgie und Zahnersatz geht, kann der Zahnarztbesuch recht teuer werden. Das ist vor allem der Fall, wenn es nicht nur um eine Grundversorgung geht, sondern auch gut aussehen soll. In so einem Fall kann allerdings eine Zusatzversicherung hilfreich sein. Allerdings gibt es auch hier vor dem Abschluss einige wichtige Punkte zu beachten.

Lächelnde Zahnärztin zeigt ihrem lächelnden Patienten ein Röntgenbild

 

Bild: Zusatzversicherung für die Zahngesundheit. Bildquelle: pikselstock – 171405044 / Shutterstock.com

Auch wenn sich die gesetzlichen Krankenkassen an zahnärztlichen Maßnahmen beteiligen, ist eine Zusatzversicherung sehr hilfreich. Ein Beispiel einer kostenpflichtigen Maßnahme für den Zahnschutz, die gleichzeitig eine der häufigsten Gründe für einen Besuch beim Zahnarzt sind, ist die Prophylaxemethode oder auch umgangssprachlich „Die professionelle Zahnreinigung“. Die Kosten hierfür werden von den gesetzlichen Krankenversicherungen nicht übernommen.

Was ist eine Zahnzusatzversicherung?

Es gibt mehrere Formen der Zusatzversicherungen, die man abschließen kann. Die Zahnzusatzversicherung kann bei einer privaten Krankenversicherung zusätzlich zur gesetzlichen Krankenversicherung abgeschlossen werden. Sie hilft dabei, kostenpflichtige Zahnbehandlungen, Kieferorthopädie, Prophylaxe und Zahnersatz zu finanzieren. Ein Beispiel dazu finden Sie hier. Die DFV ist erst kürzlich von Stiftung Warentest zum Testsieger ermittelt worden.

Warum ist eine Zahnzusatzversicherung sinnvoll?        

Früher oder später muss sich jeder mal mit dem Zahnersatz beschäftigen. Viele erwachsene Deutsche leiden unter einer schweren oder unter einer mittelschweren Parandontitis. Bei der Parandontitis handelt es sich um eine durch Bakterien verursachte Entzündung, die bis zu dem Kieferknochen vordringen kann. Um diesen und anderen Zahnerkrankungen vorzubeugen oder diese zu behandeln, sind regelmäßige Prophylaxe, Zahnbehandlungen und Zahnersatz notwendig.

Was zahlt die gesetzliche Krankenversicherung beim Zahnersatz

Wenn es sich um eine Standardbehandlung geht, trägt die Krankenkasse etwa die Hälfte der Kosten. Dieser Festzuschuss bleibt immer bei 50 Prozent der Regelversorgung, auch wenn er sich darüber hinaus für eine extravagantere Behandlungsvariante entscheidet. Wenn der Patient regelmäßig zum Zahnarzt geht und schon seit längerer Zeit ein Bonusheft führt, kann er sogar noch einen umfangreicheren Zuschuss erwarten.

 Tabelle: Es handelt sich um Beispiele von Zahnerkrankungen und wieviel die Krankenkasse für eine Behandlung ohne Bonus, mit 20% bis 30% Boni oder im Falle eines Härtefalles für eine Behandlung dazugeben würde. Ein Versicherter kann auch einen Härtefallantrag bei seiner Krankenversicherung stellen, wenn sein Bruttoeinkommen nicht höher ist als 1134 Euro bei Alleinstehenden. Dies gilt auch für Empfänger von Arbeitslosengeld. Patienten, die in diese Kategorien fallen, sollten sich bei ihren Krankenversicherungen und Zahnärzten informieren.

Was eine Zusatzversicherung zahlt   

Wieviel eine Zusatzversicherung bei einer Zahnbehandlung zahlt, ist pauschal nicht zu beantworten. Es gibt viele verschiedene Versicherungen, Tarife und Policen, zwischen denen sich ein interessierter Patient entscheiden muss. Es gibt aber generell zwei mögliche Erstattungsoptionen z.B. bei einer Rechnung von etwa 1.000 Euro:

  • Erstattung der Restkosten: Wenn die gesetzliche Krankenkasse in diesem Fall 300 Euro übernimmt, sind noch 700 Euro zu zahlen. Davon kann die Zusatzversicherung die Hälfte übernehmen. 350 Euro müsste der Patient in diesem Fall aus eigener Kasse begleichen.
  • Erstattung nach Rechnungsbetrag: Hier spielt die gesamte Rechnungssumme eine Rolle. Wenn die Zusatzversicherung in diesem Fall 50 Prozent übernimmt und die gesetzliche Krankenkasse 300 Euro, zahlt der Patient nur noch den Rest.

Wenn es allerdings um zahnärztliche Eingriffe rein kosmetischer Natur geht, hilft keine Zusatzversicherung aus, egal wie hoch der Tarif ist, den der Versicherte zahlt.

Gestaffelte Auszahlung

Normalerweise sind die Leistungen in den ersten 2 bis 5 Jahren eines Zusatzvertrages begrenzt. Eine maximale Auszahlungssumme von bis zu 1.000 Euro in den ersten 12 Monaten kann also durchaus üblich sein. Diese Art von Staffelung dient dem Schutz des Versicherungsträgers. So kann dieser sich wiederum nämlich davor absichern, dass nicht schon kurz nach Vertragsabschluss hohe Kosten erstattet werden müssen und die Versichertengemeinschaft nicht übermäßig belastet wird. 

Worauf vor dem Abschluss der Versicherung geachtet werden sollte

Auch wenn die Mundgesundheit in Deutschland immer besser wird, besteht immer ein gewisses Krankheitsrisiko. Dies muss vor einem Vertragsabschluss richtig eingeschätzt werden. Zum Beispiel besteht bei Menschen, die an Diabetes erkrankt sind, ein größeres Parandontose-Risiko. Hinzukommt, dass die Erstattungen und Leistungen in den ersten Jahren noch limitiert sind. Darüber hinaus kann es zu langen Wartezeiten kommen.

Infografik Top 5 Zahnzusatzversicherungen

Infografik: Die fünf besten Zahnzusatzversicherungen nach Stiftung Warentest. Infografikquelle: boersenpoint.de

Wie schließt man eine Zusatzversicherung ab?

Wer die Vorzüge einer Zusatzversicherung zum richtigen Zeitpunkt genießen möchte, sollte sie so früh wie möglich abschließen. Denn es kann zwischen sechs und acht Monate dauern, bis die Zusatzversicherung zahlt. Wenn eine aufwendige Zahnbehandlung kurz bevor steht, ist es in den meisten Fällen schon zu spät, um nach der richtigen Versicherung zu suchen. Das gilt ebenso für laufende Behandlungen. Patienten, die bereits eine Vorerkrankung haben, können von einer Versicherung ausgeschlossen werden, es sei denn sie sind bereit, höhere Beiträge zu zahlen. Vor allem junge Menschen, die möglichst gesunde Zähne haben, bekommen die besten Tarife, deswegen sollte man sich, wenn möglich, schon in jungen Jahren um eine entsprechende Versicherung kümmern.

Warum man seine Zahnzusatzversicherung regelmäßig überprüfen sollte

Auch wenn ein Patient schon eine Zusatzversicherung besitzt, kann er gelegentlich auf größere Kosten sitzen bleiben. Langhaltende Alternativen zu Kunststoff, Zement oder Amalgam wie die Inlay-Füllung oder Implantate sind in vielen Tarifen und Verträgen auch bei einer Zusatzversicherung gar nicht erst vorgesehen. Daher lohnt es sich immer, den eigenen Vertrag noch einmal zu kontrollieren und mit anderen sowie neuen Angeboten zu vergleichen. Meistens gibt es eine dreimonatige Kündigungsfrist. Weiterhin ist es möglich und sogar manchmal notwendig, bereits bestehende Verträge den gegebenen Umständen anzupassen. Um beim Abschluss einer neuen Versicherung wieder mit Wartezeiten zu haben, lohnt es sich mit dem bisherigen Versicherungsträger zu verhandeln.

Zusatzversicherung von der Steuer absetzen

Zwar kann man die Beiträge, die an die Zusatzversicherung gezahlt werden, in der Steuererklärung angeben, allerdings wirkt sich das kaum auf die zu zahlenden Steuern aus. Jeder Arbeitnehmer und jeder Selbstständige kann Vorsorgeaufwendungen angeben, aber auch hier gibt es eine Obergrenze: Bei Selbstständigen und Beamten liegt diese bei 2.800 Euro, bei Arbeitnehmer bei 1.900 Euro jährlich. Allerdings schließen diese Aufwendungen schon Beiträge zur Pflegeversicherung und Krankenversicherung mit ein. Wenn diese Grenze damit noch nicht erreicht ist, können auch die Kosten für zusätzliche Versicherungen angegeben werden.

Fazit: Zahnzusatzversicherungen sind in jedem Fall eine sinnvolle Investition. Es kann immer wieder zu Zahnerkrankungen und Unfällen kommen. Deswegen ist es vom Vorteil, sich schon im Vorhinein entsprechend abzusichern. Zahnprobleme können für den Patienten nicht nur schmerzhaft, sondern auch teuer werden und die gesetzlichen Krankenkassen übernehmen nur einen gewissen Anteil. Den Rest oder gar aufwendigere und ästhetischere Problemlösungen gehen auf die Kosten des Patienten. Zwar gibt es bei einer Zusatzversicherung auch gewisse Einschränkungen und man muss genau darauf achten, welche Versicherung für die individuellen Bedürfnisse geeignet ist, aber es kann dabei helfen, größere Summen abzudämpfen.

Bildquelle: pikselstock – 171405044 / Shutterstock.com

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Über den Autor (*)

Martin Brosy

Martin Brosy
Boersenpoint

Martin Brosy betreibt die Börsenplattform und das Börsenspiel www.boersenpoint.de . Mit dem Beginn seines BWL-Studiums 2009 fing Herr Brosy damit an Aktien und Devisen erfolgreich zu traden.
Als Chefredakteur von Boersenpoint veröffentlicht er täglich seine Gedanken zu interessanten Aktien und komplexen Volkswirtschaftlichen Zusammenhängen.

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