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12.06.2017 15:01 Age: 70 days
Autor: Martin Brosy

Sind Kryptowährungen als Wertanlage sinnvoll?

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Jeder, der sich länger im Internet aufhält, stößt früher oder später auf Berichterstattungen zum Thema Bitcoin (BTC) und dessen Alternativen, sogenannte Altcoins. Nachdem die Bitcoins einen rasanten Aufstieg zu verzeichnen hatten, zogen in letzter Zeit die Altcoins nach und einige konnten ihren Wert um ein Vielfaches steigern. Anleger sehen extrem gute Renditechancen bei einer Investition in Kryptowährungen. Ist eine Wertanlage in dieser Form sinnvoll oder ist das Risiko vor einer Blase zu groß?

Münzstapel mit Bitcoin vor steigendem Chart

Bild: Viele Anleger erhoffen sich von Altcoins eine ähnliche Wertentwicklung wie bei der Kryptowährung Bitcoin. Bildquelle: Tom Stepanov – 550971307 / Shutterstock.com

Der Finanzsektor ist momentan großen Veränderungen unterworfen und Anleger suchen aufgrund von niedrigen Renditen in klassischen Anlageformen nach neuen Investitionsmöglichkeiten. Vor allem Kryptowährungen werden in letzter Zeit immer beliebter und das Investitionsvolumen steigt rasant an.

So hat sich der Kurs des Bitcoin (BTC) seit Anfang des Jahres fast verdreifacht. Kostete ein Bitcoin (BTC) Anfang Januar noch knapp unter 1000 US-Dollar, sind es heute 2955 US-Dollar (Stand: 11.06.17). Viele Anleger denken sich deshalb: Warum bin ich nicht früher eingestiegen? Warum habe ich nicht mehr Bitcoins gekauft?

Hype um die Bitcoins

Diese extreme Entwicklung war nicht vorherzusehen und hat viele Menschen in sehr kurzer Zeit reich gemacht. Daher wächst natürlich das Interesse der Anleger an Bitcoins (BTC) und Altcoins. Derweil gibt es unter anderem folgende Möglichkeiten, Bitcoins (BTC) zu kaufen:

  • Direkter Bitcoin-Handel von Person zu Person mittels E-Wallets über einen Bitcoin-Marktplatz
  • Kauf von Bitcoins bei sogenannten Bitcoin-Wechselstuben mit verschiedenen Zahlungsmöglichkeiten
  • Offline-Käufe gegen Bargeld
  • Kauf von Bitcoins an speziellen Bitcoin-Automaten

Im Frühjahr 2017 war unter anderem die Annahme, dass die US-Börsenaufsicht SEC den ersten Bitcoin-ETF genehmigen würde, ein Grund für die enorme Preisentwicklung des Bitcoin (BTC). Nachdem die SEC sich jedoch dagegen entschieden hatte, kam es zu einer einwöchigen Talfahrt, so dass der Kurs in dieser Zeit von 2700 auf 2000 US-Dollar gesunken ist. Gründe für diese Entscheidung sind die mangelnde Regulierung der Währung und damit einhergehend die hohe Manipulationsanfälligkeit.

Diese Entwicklung hielt jedoch nicht lange an und es entstand ein neuer Hype um die bekannteste Kryptowährung. Seit Anfang April gelten Bitcoins (BTC) in Japan als legales Zahlungsmittel, was zu einem erneuten, starken Kursanstieg geführt hat.

Eine ähnliche Wertsteigerung erhoffen sich Spekulanten und Anleger auch von anderen Kryptowährungen. Davon gibt es mittlerweile mehrere hundert, so dass die Übersichtlichkeit verlorengeht. Deshalb beschränken wir uns auf einige interessante Vertreter der Altcoins.

In den letzten Monaten konnte die Kryptowährung Ethereum (ETH) einen noch bemerkenswerteren Zuwachs verzeichnen. Während der Kurs Anfang März noch bei 15 US-Dollar lag, hat er mittlerweile einen Wert von 341 US-Dollar erreicht. Zum einen sind dafür neue Anleger verantwortlich, die zum ersten Mal in Kryptowährungen investieren. Zum anderen haben einige Bitcoin-Anleger ihr Vermögen umgeschichtet und in Altcoins investiert.

Interessante Altcoins

Für Anleger ergibt sich aus Altcoins also ein sehr hohes Gewinnpotential, auch wenn bei jeder Währung die Gefahr besteht, dass sie ihren Wert komplett verliert. Andererseits kann der rechtzeitige Einstieg in Geheimtipps des Marktes bei niedrigem Risiko eine sehr hohe Rendite ermöglichen. Zu derartigen Tipps gehören zum Beispiel Reddcoin (RDD) und Musicoin (MUSIC).

Reddcoin (RDD) ist eine Kryptowährung, die sich auf soziale Netzwerke konzentriert. Hiermit sollen Vergütungen – eine Art Trinkgeld –  für Hilfestellungen oder die Bereitstellung von gutem Content ermöglicht werden. Davon könnten fleißige User auf Twitter oder Facebook profitieren. Auch eine Integration bei YouTube wäre denkbar, damit User auf diese Weise den Videoerstellern ein kleines „Dankeschön“ zukommen lassen.

Musicoin (MUSIC) schickt sich hingegen an, die Musikindustrie zu revolutionieren. Mit Musicoin (MUSIC) sollen Künstler direkt von den Hörern bezahlt werden, wenn diese einen Song anklicken – eine Art Pay-per-Play. Es entstehen keinerlei Gebühren, weder für die Musiker noch für die Nutzer. Darüber hinaus bietet die Blockchain-Technologie, die hinter allen Kryptowährungen steckt, eine noch nicht dagewesene Transparenz. An der Nutzung von Musicoin (MUSIC) sollen Sony und Apple interessiert sein.

Die Kurse dieser beiden Altcoins haben zwar in den letzten Monaten ebenfalls stark zugelegt, jedoch sind sie deutlich weniger wert als Bitcoins (BTC). Reddcoins (RDD) kosten aktuell 0,0026 US-Dollar pro Stück, Musicoins (MUSIC) liegen derzeit bei 0,036 US-Dollar.

Wird es eine Integration dieser Kryptowährungen bei den großen Internetriesen geben, ist mit einer erheblichen Wertsteigerung zu rechnen. Damit ergeben sich Chancen mit Kryptowährungen, die andere Anlageprodukte nicht haben. Das Problem ist aber, dass durch den Run von Spekulanten auf diverse Kryptowährungen riesige Schwankungen entstehen und die Kurse können genauso schnell einbrechen, wie sie steigen.

Bildquelle: Tom Stepanov – 550971307 / Shutterstock.com

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Über den Autor (*)

Martin Brosy

Martin Brosy
Boersenpoint

Martin Brosy betreibt die Börsenplattform und das Börsenspiel www.boersenpoint.de . Mit dem Beginn seines BWL-Studiums 2009 fing Herr Brosy damit an Aktien und Devisen erfolgreich zu traden.
Als Chefredakteur von Boersenpoint veröffentlicht er täglich seine Gedanken zu interessanten Aktien und komplexen Volkswirtschaftlichen Zusammenhängen.

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