Sie befinden sich hier: boersenpoint.de > Börsenblog > ETFs als Sparform

<< zurück
11.04.2017 12:48 Age: 132 days
Autor: Martin Brosy

ETFs als Sparform

Kommentieren

Inzwischen dürfte es selbst zu jedem noch so kleinen Anleger durchgedrungen sein, dass sich kaum mehr mit einer Anlageform überhaupt noch eine gute Rendite erzielen lässt. Wer dem laut www.verbraucherzentrale.de historisch tiefen Zinskurs entfliehen will, kommt deshalb automatisch nicht an der Investition in Aktien vorbei. Doch da hier im Erfolgsfall eine höhere Rendite zu erwarten ist, ist auch das Risiko höher, Geld zu verlieren.

Investment in ETFs

Bild: Wer mit Aktien Geld verdienen will, sollte von der Materie jede Menge Ahnung haben. Bildquelle: Phongphan – 525817957 / Shutterstock.com

ETF leitet sich aus dem Englischen ab und stellt Investmentfonds dar

Bevor darauf eingegangen werden soll, warum sich ETFs als hervorragende Anlageform in Bezug auf die erwartete Rendite darstellen, soll zunächst einmal geklärt werden, um was es sich dabei überhaupt handelt. Das Wort „ETF“ kommt aus dem Englischen und steht für „Exchange-traded fund“, was so viel wie börsengehandelter Fonds bedeutet. Bei den meisten ETFs handelt es sich um passiv verwaltete Indexfonds. Zu unterscheiden sind diese laut www.finanzkun.de  von den aktiv gemanagten Fonds, wobei sich folgende Unterschiede ergeben:

Fonds-Art

Erklärung

Aktiv gemanagt

Zusammensetzung wird von Manager beobachtet und überprüft

Passiv gemanagt

Kommen ohne Eingriffe seitens des Managements aus, laufende Kosten geringer

Aktiv gemanagte Fonds zeichnen sich dadurch aus, dass ihre Zusammensetzung permanent von einem dezidierten Fonds-Manager beobachtet und überprüft wird. Im Gegensatz zu den passiven Fonds findet hier eine Adaption an den sich ständig verändernden Markt statt, was jedoch dazu führt, dass regelmäßig höhere Verwaltungskosten entstehen. Bei einem passiv gemanagten Fonds hingegen finden kaum Eingriffe vom Management statt, was gleichermaßen aber auch zu wesentlich geringeren Kosten führt. In Bezug auf die Eigenschaft von ETF-Anteilen muss man sich das Ganze so vorstellen, dass diese einen anteiligen Besitz an einem – rechtlich so bezeichneten – Sondervermögen abbilden. Sondervermögen heißt es deshalb, weil es getrennt von dem Vermögen der zugrunde liegenden Investmentgesellschaft geführt wird.

ETFs versprechen eine hohe Rendite, bergen jedoch auch Risiken

Hand voll Geld

Bild: Für diejenigen Personen, die sich von ihrer Investition eine hohe Rendite versprechen, sind ETFs einen Blick wert. Bildquelle: create jobs 51 – 383327209 / Shutterstock.com

Betrachtet man die Entwicklung des Investments in ETFs, so lässt sich festhalten, dass seit 2009 ein Anstieg des Anlagevolumens in ETFs durch Privatanleger um satte 450% zu beobachten ist. Dies liegt vorrangig daran, dass inzwischen viele Anleger die Vorteile deutlich auf dem Schirm haben: Wie bereits angeklungen ist, bieten Sparpläne auf ETF-Basis deutliche Kostenvorteile, die sich in einer höheren effektiven Rendite niederschlagen. Sollte sich die Marktsituation jedoch stark ändern, so profitieren im Gegensatz dazu die Investoren bei aktiv gemanagten Fonds von einer besseren Reaktionsfreudigkeit. Die Experten von www.brokervergleich.de haben sowohl für eine Einmalanlage als auch für einen Sparplan die effektive Rendite eines ETFs mit 0,50 Prozent TER und die effektive Rendite eines aktiv gemanagten Fonds mit 2,0 Prozent TER verglichen. In beiden Fällen führte die ETF-Variante zu einer um mehr als 50 Prozent höheren effektiven Rendite. Was auf den ersten Blick sehr lukrativ aussieht, beherbergt bei näherem Hinsehen jedoch auch diverse Risiken:

  • Allgemeines Marktrisiko
  • Spezielles Marktrisiko
  • Kursrisiko
  • Risiken beim Wechselkurs

Grundsätzlich kann man diese Risiken in vier Kategorien einteilen, nämlich das allgemeine sowie spezielle Marktrisiko und das Kursrisiko sowie Wechselkursrisiken.

Breite Streuung des Investments kann bei Risikominimierung helfen

Überblick über Finanzen

Bild: Empfehlenswert bei der Investition seines Kapitals in Aktien ist die breite Streuung des Geldes. Bildquelle: SFIO CRACHO – 425343091 / Shutterstock.com

Mit dem allgemeinen Marktrisiko ist gemeint, dass beispielsweise politische Veränderungen oder Änderungen in Bezug auf die Regierung mitunter drastische Auswirkungen auf die Kurse haben können. Das spezielle Marktrisiko meint hingegen den Fall, dass Veränderungen eintreten, die explizit diesen Markt betreffen. Das kann in der Praxis zum Beispiel dann der Fall sein, wenn negative Nachrichten in Bezug auf einen bedeutenden Marktteilnehmer die Runde machen oder ein Wechsel im Management bei einem Big Player stattfindet. Mit dem Kursrisiko ist gemeint, dass ETFs auch auf die allgemeinen Schwankungen der üblichen Aktienindizes reagieren, und Wechselkursrisiken sind praktisch schon beinahe selbst erklärend. Will man diesem Risiko aus dem Weg gehen, so kann man sich zumindest damit behelfen, nicht in ETFs zu investieren, die nicht in Euro notiert sind. Allgemein betrachtet lässt sich das Risiko des Eintritts von Verlusten bei der Investition in ETFs aber auch auf andere Art und Weise minimieren, nämlich durch die Streuung des zu investierenden Kapitals:

  • Aufbau eines Portfolios wird von führenden Anlegern empfohlen
  • Kommt es zu drastischen Marktveränderungen, ist das Kapital nicht so stark gefährdet
  • Keine Übergewichtung von einzelnen Branchen

Was von vielen Anlegern falsch gemacht respektive missachtet wird, ist das sogenannte Klumpenrisiko. Vereinfacht erklärt werden kann dies damit, dass eine unbeabsichtigte Übergewichtung bestimmter Branchen stattfindet. Unbeabsichtigt ist diese meistens deshalb, weil sich der Fonds auf den ersten Blick durch ganz unterschiedliche Indizes zusammensetzt.

Alternative Möglichkeiten mit guter Rendite sind nur schwer zu finden

Während die Vor- und Nachteile von ETFs nun umfassend dargestellt worden sind und auch ein Vergleich mit aktiv gemanagten Fonds vollzogen wurde, fragt sich abschließend, welche alternativen Methoden Anlegern zur Verfügung stehen, die eine gute Rendite erzielen wollen. Als gute Zusammenfassung der Alternativen dient die nachstehende Tabelle:

Anlageform

Vorteile

Nachteile

Girokonto

Große Sicherheit und hohe Verfügbarkeit

Sehr geringe Rendite

Tagesgeld

Große Sicherheit und hohe Verfügbarkeit

 

Geringe Rendite

Festgeld

Große Sicherheit und gute Rendite

Geringe Verfügbarkeit

Immobilien

Gute Sicherheit und gute Rendite

Sehr geringe Verfügbarkeit

 

Wie man sieht, ist bei den vier genannten, übrigen Anlageformen immer eine unterschiedliche Zusammensetzung der Faktoren Rendite, Sicherheit und Verfügbarkeit auszumachen. Deshalb eignet sich nicht jede Anlageform für jedermann, sondern muss individuell zu dem Investor passen. Nicht in der Aufzählung enthalten sind die ebenfalls nicht unbeliebten Bundesanleihen. Bei diesen handelt es sich um Schuldverschreibungen, wobei der Anleger klassisch in Wertpapiere investiert. Während auch hier eine gute Rendite zu erwarten ist, sollte man sich den umfangreichen Risiken gleichermaßen bewusst sein.

Bildquellen:

Sfio Cracho – 425343091 / Shutterstock.com

Phongphan – 525817957 / Shutterstock.com

create jobs 51 – 383327209 / Shutterstock.com

IN EIGENER SACHE: Das neue Börsenmagazin DAS WACHSTUM erscheint bald. Hier können Sie sich kostenlos anmelden.

Über den Autor (*)

Martin Brosy

Martin Brosy
Boersenpoint

Martin Brosy betreibt die Börsenplattform und das Börsenspiel www.boersenpoint.de . Mit dem Beginn seines BWL-Studiums 2009 fing Herr Brosy damit an Aktien und Devisen erfolgreich zu traden.
Als Chefredakteur von Boersenpoint veröffentlicht er täglich seine Gedanken zu interessanten Aktien und komplexen Volkswirtschaftlichen Zusammenhängen.

Loading Data ...

<< zurück
comments powered by Disqus

L&S-DAX

DAX 12.057,50 -0,86%
Eröffnungskurs: 09:00 Uhr
Schlusskurs: 20:00 Uhr
Aktualisierungsintervall: Alle 15 Minuten.