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Zu viele Banken in Deutschland?

Zumindest sieht das Theodor Weimer so. Wie ich heute in einem Artikel vom Handelsblatt lesen konnte, klagt der Hypo-Vereinsbank Chef Theodor Weimer die deutsche Bankenlandschaft an. Deutschland hat zu viele Banken, ließ er in einem Interview verlauten. Den Privatkunden würde es sehr schwer gemacht werden, den Markt zu überschauen. Der Wettbewerb und der Preiskampf der Banken nehmen zu. Deutschland kann im internationalen vergleich tatsächlich einen erhöhten Wert der Bankstellendichte aufweisen. Es gibt nicht nur zu viele Banken in Deutschland, sondern auch zu viele Filialen.

Doch das Thema, welches Weimer aufgreift ist nicht neu, entspricht allerdings nicht ganz den Fakten. Doch seit Ende der 1980er Jahre ist ein regelrechtes Bankensterben zu beobachten. Dies kann man beispielsweise mit der Nutzung des wachsenden Internetbanking erläutern, weiterhin hat es viele Fusionen von Banken gegeben. Auch Direktbanken erfreuen sich immer größter Beliebtheit. Weiterhin werden im Zuge des deutschen dreigliedrigen Bankensystems viele Geschäftsbereiche ausgegliedert, was einen weiteren Rückgang zu Folge hat. Im Gegenzug steigt die Anzahl der ausländischen Banken in Deutschland an.

Der dementsprechende Wettbewerb um Kundenfang hat jedoch auch Vorteile für den Verbraucher. Teilweise sind die Preise für Bankdienstleistungen gefallen, obwohl man das angesichts mancher Kontoführungskosten nicht gerade glauben mag. Der derzeitige Anteil der Bankenlandschaft sorgt dennoch für eine geringe Profitabilität der deutschen Banken.

Die geplante Bankenabgabe könnte vermutlich zu einem weiteren Bankensterben führen. Letztendlich hatte sich schon Christopher Pleister, Mitglied des Leitungsausschusses, Bundesanstalt für Finanzmarktstabilisierung, als es um die Frage ging einen europäischen Soffin einzurichten, darüber beschwert, dass es in Europa zu viele Banken geben würde. In Deutschland ist es noch nahezu grenzwertig. Da verwundert es nicht, dass die EZB noch mehr Geld an die notleidenden Banken verleihen muss. Erst heute sollen sich Geschäftsbanken 132 Milliarden Euro von der EZB geliehen haben. Tja, so viel Kredit müsste man mal als Privatmann bekommen.

Stattdessen feiert man lieber die gefakten Zahlen der Arbeitsmarktdaten in Deutschland. Insgesamt soll sich die Zahl der Arbeitslosen nun auf 3.153.000 Menschen belaufen. Ziel ist es bis zum Ende des Jahres 2010 die drei Millionen Marke zu unterschreiten. Na denn mal Prost!

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