Wirtschaftswachstum versus Sparkurs
Das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) hat gestern eine Studie über die Einkommensverhältnisse und deren Entwicklung in den letzten 10 Jahren herausgegeben. Bundesbürger werden in den nächsten Jahren mit immer weniger Einkommen rechnen müssen. Hinzu kommt, dass nicht zuletzt durch die aktuelle Sparpolitik der Bundesregierung sich die Lage noch verschlechtern könnte. So haben sich in den vergangenen Jahren die Einkommensgrenzen eindeutig nach unten revidiert. Die Anzahl der Menschen, die sich im unteren Einkommenssegment bewegen, ist eindeutig gestiegen.
Trotz allem ist im Gegenzug die Zahl der Einkommensmillionäre eindeutig gestiegen. Zulasten des Mittelstandes versteht sich. Somit hat sich die Einkommensschere weiter geöffnet. Die Studie zeigt auf, dass immer mehr Menschen in die niedrige Einkommensschicht abrutschen. Die Dynamik nimmt weiterhin zu.
Von der Sparpolitik sind hauptsächlich Menschen, die staatliche Transferleistungen erhalten betroffen. Dass gespart werden muss, ist mittlerweile allseits bekannt. Nicht zuletzt wegen der hohen Milliardenhilfen für Banken, der Automobilbranche und dem europäischen Ausland.
Hinzu kommt die hohe Schuldenlast von Bund und Ländern.
Der Mittelstand leidet besonders darunter, da auch die Kreditvergabe der Banken an mittelständische Unternehmen kaum noch vorhanden ist.
Weiterhin hat die Bankenlobby IIF, unter dem Vorsitz von Josef Ackermann, bereits angekündigt, dass die zusätzlichen Bankenregulierungen zu einem Verlust von Arbeitsplätzen führen würden. Weiterhin befürchtet man weitreichende Folgen für das Wirtschaftswachstum.
Nach Basel III sollen die Banken demnächst eine dementsprechende Bankenabgabe zahlen und es sind höhere Eigenkapitalunterlegungsvorschriften und die Konsolidierungspflicht von Tochterunternehmen geplant.
Insgesamt geht der IIF international von insgesamt 9,7 Millionen verlorenen Arbeitsplätzen aus. Ebenso könnte die Kreditvergabe leiden und dementsprechende Kosten könnten auf den Endverbraucher abgewälzt werden.
Politisch und Wirtschaftlich betrachtet erleben wir derzeitig keiner einfachen Zeit. Viele prognostizieren bereits einen Zusammenbruch der derzeitigen Bundesregierung. Doch noch ist nicht alle Tage Abend. Müssen wir uns erst einmal wieder einem europäischen Problem stellen? Oder dürfen wir uns jetzt erst einmal ein wenig zurücklehnen und die WM in Südafrika genießen? Wir werden sehen. Die Welt dreht sich derzeitig schnell.
