too Big to fail und Moral Hazard
„too big to fail“, eine Redewendung die in Folge der Finanzmarktkrise häufig diskutiert wird und zu Recht für viel Zündstoff sorgt. Kann man denn mittlerweile eine Bank wie „JP Morgan“, welche begünstigt durch die Finanzmarktkrise um 51 Prozent gewachsen ist einfach pleite gehen lassen? Das sensationelle Wachstum konnte sich „JP Morgan“ durch das einverleiben der ehemals größten Sparkasse „Washington Mutual“ und der Investmentbank „Bear Stearns“ sichern. Oder was ist mit der „Bank of America“? Diese Bank ist um sage und schreibe 138 Prozent gewachsen, denn die „Bank of America“ hat die Hypothekenbank „Countrywide“ und „Merrill Lynch“ übernommen. Wenn man sich einmal überlegt, dass auch „JP Morgan“ Staatshilfen von über 25 Milliarden US-Dollar bekommen hat ist das schon sehr fraglich. Zugegeben, die meisten Staatshilfen wurden zurückgezahlt. Aber auch Wells Fargo ist auf Kosten der Konkurrenz gewachsen, nämlich um sage und schreibe 43 Prozent. Wachovia sei Dank. Worauf will ich hinaus? Mittlerweile sind die Banken so groß geworden, dass Sie tatsächlich „too big to fail“ sind und das schlimmste an der Sache ist, die Banken wissen das ganz genau. Wobei wir wieder beim Thema Moral Hazard sind. Analysieren wir doch mal kurz, wann eine Bank zu groß um zu scheitern ist. Wenn eine solche Bank pleitegehen würde, dann würde das negative Auswirkungen auf die Beschäftigten, Gläubigern, Kunden und Zulieferern haben. Darüber hinaus könnte das katastrophale Folgen für die eigene und die anderen Volkswirtschaften haben. Es ist ja nichts neues, das Unternehmen international agieren. Mir persönlich stellt sich nun die Frage, ob das immer größer werden einiger Banken das „too big to fail“ unterstützen. Denn in der Tat, mal angenommen „JP Morgan“ ist pleite dann würde das zu hundert Prozent zu einem desaströsen Kollaps führen. Mal abgesehen davon, dass soweit ich das beurteilen kann eine Übernahme von Washington Mutual absolut „illegal“ war. Nun sind wir also soweit, dass sich Banken auf Staatshilfen verlassen. Die Folge ist, dass Sie risikofreudiger agieren. Passender hätte das auch Andreas Treichl, Chef der Erste Bank/Group formulieren können:
„Sind wahrscheinlich too big to fail“
Allerdings klingt seine Stellungnahme zur Staatshilfe auch recht plausible. Die Bank muss acht Prozent Zinsen bezahlen, das bringt dem Staat mehrere Hundert Millionen Euro jährlich.
„Ich möchte nie mehr hören, dass wir den Steuerzahler etwas gekostet haben”, so der Erste-Chef
Soweit so gut. Es kann meiner Meinung nach aber nicht sein, dass ein privatwirtschaftliches Unternehmen mit „öffentlichen Aufgaben“ Gewinne privatrechtlich vereinnahmt und Verluste, welche ein Gewisses Maß überschreiten zulasten des Steuerzahlers gehen.
Unten seht Ihr eine Grafik mit den zehn größten Banken in den Vereinigten Staaten. Angesichts dieser Zahlen wird es schwer sein weiteres Wachstum der Global Player zu verhindern, ob man das überhaupt muss soll jeder selbst entscheiden. Ich für mein Teil stehe dem sehr skeptisch gegenüber. Wer mehr darüber lesen will sollte sich das Buch von Susanne Schmidt kaufen, “Markt ohne Moral“- Ein Bestseller.
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Quelle: Federal Reserve System, National Information Center
Liebe Grüße
Martin Brosy
