Spannend wie immer
Der britisch-australische Minenbetreiber BHP Billiton hatte vor einigen Tagen eine Ablehnung zur Übernahme des kanadischen Düngeherstellers Potash erhalten. Doch damit will sich BHP Billiton nicht geschlagen geben und wendete sich heute direkt an die Aktionäre. BHP Billiton sich die Übernahme mit 130 US-Dollar pro Aktie kosten lassen, was ein Gesamtvolumen von 38,6 Milliarden US-Dollar ausmacht. Das Bergbauunternehmen ist scharf auf den wachsenden Kalimarkt und möchte sich aus diesem Grund in diesem Bereich breiter aufstellen, um gegen die Konkurrenz gewappnet zu sein. Der direkte Weg an die Aktionäre könnte man auch als Versuch einer feindlichen Übernahme betiteln. Zumindest werden wir hier in den nächsten Monaten noch einiges erwarten dürfen.
Ähnlich spannend war es heute im Banken und Versicherungssektor. Während die Wirecard Bank ihren Ausblick für das laufende Geschäftsjahr erhöhte und der Überschuss auf 26,8 Millionen Euro stieg, meldete sich der Konzernchef Nikolaus von Bomhard der Münchner Rück zu Wort. Er gab bekannt, dass er im Bereich der Lebensversicherungen keinerlei Gewinnchancen sieht. Solche Gedanken wird man sicherlich beim Schweizer Lebensversicherer Swiss Life nicht machen. Schließlich konnte die Swiss Life seinen Gewinn von 415 Millionen Schweizer Franken gegenüber dem Vorjahr fast verdoppeln.
Für Überraschung sorgte heute das IPO der China Everbright Bank, die im Tagesverlauf mit Kursanstiegen von 20 Prozent überzeugen konnte. Trotz diesem positiven Einstieges sehen die internationalen Konjunkturdaten weniger rosig aus. So ist der ifo-Weltklimaindex leicht gesunken, die USA hatten ein Rekordniveau von Insolvenzen zu vermelden und auch die BoE behält ihren Zinskurs bei.
Allem Überfluss nicht genug. Hatte bereits der Finanzwissenschaftler Prof. Markus Kleber beim Bundesverfassungsgerichte eine Verfassungsbeschwerde wegen dem europäischen Rettungspaket, mit dem sich Deutschland mit bis zu 148 Milliarden Euro beteiligt, eingereicht, so haben sich nach Angaben von Finanzen.net insgesamt 24 Mittelstandfirmen dieser Beschwerde angeschlossen. Es verspricht also ein heißer Herbst zu werden.
Ein positiver Indikator für den amerikanischen Einzelhandel stellt der Discounter Target dar. Während in Deutschland die Einzelhandelsumsätze zurückgegangen sind, konnte Target in den Vereinigten Staaten seinen Umsatz auf 15,53 Milliarden US-Dollar steigern.
