Let’s make Money
Gestern um 22.45 kam auf der ARD der Film „Let’s make money“ von Erwin Wagenhofer. Ich möchte hier einmal kurz die Statements wiedergeben, welche mich berührt haben.
Am Anfang ging es um die Erweiterung von Produktionsanlagen eines in Indien ansässigen international agierenden Konzerns aus Österreich. Schnell wurde klar worum es ging, es ging darum möglichst billig die Produktionshallen zu erweitern und den Leuten sowenig wie möglich zu bezahlen. Ein Schweißer der dort gearbeitet hat bekommt im Monat 200 Euro, ein Ingenieur das neun bis zehn Fache. Der Manager der österreichischen Firma hat sich sinngemäß so ausgedrückt: „Hier schreit noch keiner nach den Staat, hier ist noch Selbsthilfe angesagt.“ Er machte auch schnell klar worum es ginge, um Geld und das weiß die Bevölkerung. Nicht umsonst studieren die meisten Ingenieursberufe oder Wirtschaftswissenschaften.
Im nächsten Teil hat Herr Dr. Mark Mobius einen wirklich sehr interessantes Statement abgegeben:
„Es gibt einen berühmten Ausspruch: Am besten kauft man dann, wenn das Blut auf den Straßen klebt. Ich sage noch dazu: Auch wenn es dein eigenes ist. Denn wenn es Krieg und Revolution gibt, politische Probleme und Wirtschaftsprobleme, dann fallen die Preise von Aktien. Leute, die an diesem Tiefpunkt kaufen, machen eine Menge Geld.“
Dieses Statement möchte ich nicht kommentieren, aber zudenken gibt es mir alle male.
Im weiteren Verlauf ging es nicht minder kontrovers weiter. Jetzt ging es um die Baumwollpflücker in Burkina Faso. Bei dieser Arbeit verdienen die Pflücker umgerechnet 50 Euro im Jahr. Das ist auf folgenden Umstand zurück zu führen. Die USA subventionieren Baumwolle mit drei Milliarden US-Dollar jährlich. Damit wird der Preis künstlich am Boden gehatlten, sehr zum Leid von Burkina Faso, denn das Land könnte ohne diese Subventionen jährlich 120 Millionen Euro einnehmen. Das Geld wäre nötig um Schulen zubauen und das Gesundheitswesen auszubauen. Die Lage im dritt ärmsten Land der Welt ist ernst, 62 Prozent der Bevölkerung leben von weniger als einem Dollar pro Tag. 40 Prozent gehen nicht zur Schule und nur ein bis zwei Prozent besuchen eine Universität.
Im Verlaufe des Films fand ich einen Teil sehr interessant, den mit John Perkins. John Perkins wird den meisten als „Economic Hit Man“ oder „Wirtschaftskiller“ ein Begriff sein. Das Buch Economic Hit Man: Unterwegs im Dienst der Wirtschaftsmafia kann ich nur empfehlen.
Ich möchte denjenigen welche mit diesem Begriff nichts anfangen können eine kurze Erklärung abgeben. Ein „Economic Hit Man“ ist ein von einer privaten Firma engagierter Wirtschaftsspezialist. Diese Leute gehen in ein „Entwicklungsland“ und sprechen mit der jeweiligen Regierung über mögliche Bauvorhaben, zum Beispiel ein Stromnetz. Dafür geben Sie der Regierung das Geld, zum Beispiel von der Weltbank und die Regierung muss dann mit dem Geld amerikanische Firmen beauftragen das Stromnetz zu bauen. Irgendwann merkt die Regierung das Sie das Geld gar nicht zurückzahlen kann, was übrigens auch genau so seitens der „Economic Hit Mans“ geplant ist. Die Konsequenz für die Regierung, Abhängigkeit. Nun kann die Regierung vielleicht gerade mal die Zinsen bezahlen und muss die eigenen kostbaren Ressourcen der USA billig zur Verfügung stellen. Das Dilemma, durch die Zinszahlungen kann sich die Regierung keine Investitionen in Bildung und Gesundheit leisten. Deshalb bleibt dieses Land erst einmal ein Entwicklungsland. Sollte sich mal ein Regierungschef nicht „korrumpieren“ lassen so werden die „Schakale“ eingeschaltet. Diese sorgen dafür, dass die Regierung gestürzt wird und durch eine „Pro- amerikanische Regierung“ ersetzt werden. Sollte das auch nicht klappen wird das Militär eingesetzt. Das soll jetzt nur ein kurzer Exkurs sein, aber es ist wirklich sehr interessant. Ich habe euch auch hier ein wirklich sehr anschauliches Video hochgeladen.
Der Film war sehr spannend, ich hätte mir aber mehr Fakten gewünscht.
Liebe Grüße
Martin Brosy
