Lehman Brothers wieder in aller Munde
Man sagt ja, dass tot geglaubte länger leben. Das scheint auch bei der Investmentbank Lehman Brothers der Fall zu sein. Zumindest wenn man darüber nachdenkt, welches Theater um die ehemalige Investmentbank gemacht wird.
Ja, es ist mittlerweile schon zwei Jahre her, dass Lehman Brothers in die Pleite ging und damit die Finanzkrise auslöste. Eine Krise kommt auch selten allein, denn danach gab es noch die Bankenkrise und die Kreditkrise und was sonst noch für eine Krise. Es ist schon wirklich erstaunlich, wie eine solche kleine Bank die komplette Weltwirtschaft zum Wanken bringen konnte. Um den Verschwörungstheoretikern entgegenzuwirken, könnte ich jetzt einfach behaupten, dass Lehman vielleicht nur die Spitze des Eisberges war und dass da noch viel mehr hinter steckte.
Das Insolvenzverfahren der Lehman Brothers gestaltet sich dennoch ein wenig schwierig. Viele Anleger konnten auch bisher keine Entschädigung erhalten. Am schlimmsten soll es die Anleger bei Lehman-Zertifikaten getroffen haben. Wenn man es genau betrachtet, wird der „normale“ Anleger sicherlich ewig auf sein Geld warten müssen, wenn er es überhaupt noch einmal wieder bekommt. Denn zuerst stehen selbstverständlich die größeren Gläubiger dran. Mitunter steht Lehman beispielsweise mit 10,4 Milliarden Dollar bei der Bundesbank in der Kreide. Da sind die Forderungen der Commerzbank mit 4,9 Milliarden Dollar ja fast schon Peanuts.
Dem nicht genug. Die Insolvenzverwalter, welche die Lehman Pleite abwickeln sollen, scheinen auch nicht besonders gut miteinander auszukommen. Wen wundert es schon, dass man sich um die Insolvenzmasse streitet. Und das sogar vor Gericht.
Warum es eigentlich gerade die Lehman Brothers getroffen hat, weiß eigentlich niemand so genau. Es hätte schließlich auch jede andere Bank treffen können und es könnte wieder geschehen. Auch wenn viele Politiker und auch manche Anleger sich über die Regulierungen nach Basel III freuen. Zumindest merkt man nun, dass sich die Welt auch ohne Lehman Brothers weiterdreht. Man kann sich kaum vorstellen, dass es schon zwei Jahre her ist. In der Krise fehlt den meisten das Zeitgefühl.
