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Kik und sein Imageproblem

Bereits vor einiger Zeit habe ich auf dieser Seite ein paar Videos hochgeladen, die über den Bekleidungshersteller Kik berichteten. Auch in den Medien wurde der Billighersteller stark kritisiert. Daran musste das Image des Konzerns leiden. Fragt sich nur, welches Image gemeint ist. Der Discounter für Kleidung konnte aus eigener Erfahrung meiner Meinung nach noch nie wirklich mit Qualität punkten. Zur Imagepflege hatte man sich nach auch noch Deutschlands Werbeikone geleistet. Doch an den Stundenlöhnen der Mitarbeiter, die sogar als „sittenwidrig“ bezeichnet wurden, konnte das nichts ändern. Nun scheint der Konzern eine Kehrtwende zu machen.

Ab dem 1. Oktober 2010 strebt der Konzern an, seinen Mitarbeitern einen Mindestlohn von 7,50 Euro die Stunde zahlen zu wollen. Das ist immerhin ein Euro mehr, als der bisherige Stundenlohn. Der Deutsche Gewerkschaftsbund fordert einen Mindestlohn von ungefähr 8,50 Euro die Stunde. Zwei Beschäftigte der Firma Kik hatten vor dem Hammer Landesarbeitsgericht gegen einen Stundenlohn von 5,20 Euro geklagt und Recht bekommen. Das Landesarbeitsgericht hatte den Stundenlohn als sittenwidrig eingestuft. Auch die Gewerkschaft verdi erstattete Anzeige. Doch nicht nur damit hat Kik Schlagzeilen gemacht. Sondern es ging auch um das Ausspionieren der eigenen Mitarbeiter. So sollen von dem Unternehmen die Mitarbeiter über ihre finanziellen Verhältnisse bei Creditreform abgefragt worden sein. Weiterhin soll die Kleidung unter fragwürdigen Umständen in Bangladesch hergestellt worden sein. Der Textilhersteller hat 18.000 Angestellte und gehört mehrheitlich zur Tengelmann-Gruppe. Geschäftsführender Gesellschafter ist Stefan Heinig, der ebenso 65 Prozent der Firma TEDi besitzt. Die Firma TEDi ist ebenso schon in die Kritik geraten. Dabei ging es um die Nicht-Einhaltung der gesetzlichen Arbeitszeiten.

Wie kann es sein, dass ein Textildiscounter im Jahr 1,2 Milliarden Euro Umsatz machen kann? Ganz einfach, weil es gekauft wird. Angebot und Nachfrage regeln den Preis. Heutzutage haben immer weniger Bürger Geld in den Taschen. Außerdem ist Geiz bekanntlich geil. Da mag es für manche keine Rolle spielen, wie gut die Qualität ist oder ob auf einem anderen Erdteil Kinder diese Textilien herstellen und darunter leiden müssen.

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