Früher Arbeitslager – heute Bürgerarbeit
Ich bitte vorab zu entschuldigen, allerdings wird der heutige Beitrag nicht jedem schmecken. Aber mir platzt hin und wieder auch einmal der Kragen. Erst Recht, wenn ich von Vorhaben wie Bürgerarbeit höre.
Jeder Bundesbürger kennt das Problem mit der Arbeitslosigkeit oder hat zumindest schon einmal in den Medien davon gehört. Während dessen sich die Zahl der Arbeitslosen angeblich weiterhin nach unten bewegt, kommen mancherlei Politer oder Politikerinne auf recht seltsame Ideen. Eine davon ist die Bürgerarbeit.
So sollen demnächst die Langzeitarbeitslosen diese Bürgerarbeit verrichten. Doch die Definition der Langzeitarbeitslosigkeit ist da etwas zu gering angesetzt. Geplant ist, dass jeder Arbeitslose, der nicht nach 6 Monaten in den normalen Arbeitsmarkt integriert ist, fortan beispielsweise behinderte oder alte Menschen betreuen soll. Dabei ist jetzt schon zu wenig Geld für gut ausgebildete Pflegekräfte da. Versucht man hier also eine billige Arbeitskraft, welche noch dazu nicht in diesem Bereich ausgebildet ist, heranzuzüchten?
Im Vordergrund der Bürgerarbeit soll stehen, dass man mit diesem Modell keinerlei reguläre Arbeitnehmer in diesen Branchen vertreiben will. Wirklich nicht? Wie sieht es den bei den 1-Euro Jobbern aus? Und wie stark hat die Zahl der Arbeitnehmer auf 400 Euro Basis zugenommen?
Wer keine gemeinnützige Arbeit übernehmen möchte, soll demnächst schärfer sanktioniert werden und später keine Transferleistungen mehr erhalten. Arbeitsdienst wie im dritten Reich. Da man allerdings von Regierungswegen her gnädig scheint, soll der Gemeinnützige für seine 30 Stunden-Arbeit ungefähr 900 Euro monatlich ausgezahlt bekommen. Davon kann man sicherlich super leben und der Gärtner, der seiner Stadt gute Dienste erweist, wird demnächst nur noch 900 Euro-Kräfte einstellen, weil es ja billiger ist.
Da kann man nur hoffen, dass niemanden die Arbeitslosigkeit trifft, wenn man schon nach Regierungsangaben mit „jedweder Tätigkeit“ für seine „Existenz schuften“ muss. Die Gründungsväter unserer Republik würden sich bei solchen Aussagen im Grabe umdrehen und auch ich könnte anhand solcher Aussagen mich übergeben. Wird es zur Mode auf sozial Schwächere einzuprügeln oder wollen die Kommunen einfach nur Kosten sparen?
