Fallende Aktienmärkte
Anfang des Jahres sah die Welt für den Deutschen Aktienindex noch wunderbar aus, nahezu mühelos konnte er große Teile der Verluste aus dem vergangenen Jahr wieder wettmachen und erreichte ein Hoch nach dem anderen. Seit Anfang letzter Woche kennt der DAX nur noch eine Richtung: steil bergab. Und genau darum geht es heute in meinem Artikel, um den Abwärtstrend des Deutschen Aktienindizes. Nachdem der DAX Anfang 2009 seinen Tiefpunkt erreicht hatte herrscht nun erneut Katerstimmung, denn die Kursrallye scheint vorerst beendet zu sein. Klaus Deppermann, Experte von der BHF Bank rät den Anlegern in den nächsten Wochen einen Bogen um Aktien zu machen. Herr Deppermann erwartet einen Kursrutsch von bis zu 30 Prozent. Mögliche Indikatoren für das Ende der Hausse sind die ungewöhnlich hohen Umsätze in den vergangenen Tagen, die Investoren werden nervös und verkaufen Aktien im großen Stil. Der Volatilitätsindex VDAX, auch bekannt als Zitterbarometer ist am vergangenen Freitag auf den höchsten Stand seit sechs Wochen geklettert, auf 25,61 Zähler. Allerdings geht es nicht nur dem Deutschen Aktienindex „schlecht“ sondern auch der Dow Jones oder der Euro Stoxx haben sich in den vergangenen Wochen nur mühsam ein Hoch nach dem anderen erklimmt. Natürlich gibt es auch einige Belastungsfaktoren, dazu zählen zum einen die schwachen Vorgaben der internationalen Börsen und zum anderen die schlechten Unternehmensnachrichten. Auch wenn die Ergebnisse von Google nicht schlecht waren, so haben viele Analysten diese als negativ aufgenommen. Weitere Faktoren sind die Bankenpläne vom amerikanischen US-Präsidenten Barack Obama, die maroden Staatsfinanzen einiger Europäischer Staaten [Griechenland, Spanien…] und die Geldpolitik vom Reich der Mitte. Die Regulierungsvorschläge von Obama sorgten bei den deutschen Banktiteln auch für Unbehagen, denn diese könnten auch härtere Auflagen bekommen.
“Eine strengere Regulierung – da wurde der freiliegende Nerv der Investoren getroffen; dieses Thema könnte den Markt noch länger tragen”, Marc-Gregor Czaja [LBBW- Aktienstratege]
Aber auch China ist im Fokus, denn China will die Kreditvergabe deutlich einschränken, davon würden natürlich auch deutsche Unternehmen betroffen sein. Die US-Notenbank diskutiert diese Woche wie es mit dem Leitzins weiter gehen soll. In diesem Zusammenhang wird auch über die Zukunft von Fed-Chef Ben Bernanke diskutiert. Der Kongress hatte ihn letzte Woche nicht in seinem Amt bestätigt. Seit Jahresbeginn sind neun US-Banken pleite gegangen, letztes Wochenende waren es fünf. Mit einer Bilanzsumme von 1,2 Milliarden US-Dollar ist auch die Charter Bank of Santa Fe pleite gegangen. Die Europäische Zentralbank wird das Leitzinsniveau auf diesen niedrigen Stand belassen. Das ist allerdings eine positive Erwartung.
„Es ist klar, dass die EZB den Aufschwung nicht gefährden will. Auch vor dem Hintergrund hoher Arbeitslosigkeit und geringer Inflationserwartung wird sie daher die Zinsen unten lassen“, erklärt Günter Philipp [Fixed-Income-Experte von der Fondsgesellschaft Pioneer Investments]
Heute wurde auch der Werte des Konsumklimaindizes von der Gesellschaft für Konsumforschung veröffentlicht. Der Index sank von 3,4 Punkten auf 3,2 Punkte. Experten rechnen mit einen starken Anstieg der Arbeitslosenzahl für Januar, geschätzt werden über 3,6 Millionen Arbeitslose.
„Das GfK-Konsumklima hält sich relativ gut angesichts der Probleme, die wir für das laufende Jahr erwarten. Der Rückgang war sehr moderat”, sagte Ulrike Karstens [Hause Sal. Oppenheim]

Wie es jetzt weiter geht bleibt abzuwarten, ob der Bär oder der Stier gewinnt kann ich nicht sagen, aber ich schließe mich Ben Potter an [Analyst bei IG Markets]:
“Der Fokus bleibt stark auf die Möglichkeit einer Korrektur gerichtet”
