Die CDS Blase wird Platzen
In den letzten Tagen habe ich das Buch: „Markt ohne Moral“ von Susanne Schmidt gelesen. Frau Schmidt ist die Tochter des Altbundeskanzlers Helmut Schmidt und arbeitete hauptsächlich in der City [Finanzplatz in London]. In Ihrem Buch beschreibt Sie sehr anschaulich welche Blase als nächstes Platzen könnte. Diesen Gedanken möchte ich in diesem Artikel einmal aufgreifen und etwas näher beleuchten. Es geht um die sogenannten Credit Default Swaps, kurz CDS. Mir war dieses Kreditderivat bis dato noch nicht bekannt und auch in den Medien genießen die Swaps kaum nennenswerte Aufmerksamkeit. Aber fangen wir von vorne an. Was ist überhaupt ein CDS? Also ein CDS ist ein Kreditderivat, welches es dem Sicherungsnehmer erlaubt sich gegen eine kontinuierliche Gebühr an den Sicherungsgeber gegen einen Kreditausfall des Referenzschuldners abzusichern. CDS-Kontrakte werden nicht an der Börse gehandelt, da diese „maßgeschneidert“ sind. Also ist ein CDS beispielsweise eine Versicherung gegen den Ausfall eines durch Hypotheken besicherten Bonds oder einer Anleihe.
Den Versicherer AIG beispielsweise wurden diese Kontrakte zum Verhängnis. AIG hatte in den Boom-Zeiten rund 440 Milliarden der Kreditderivate in den Büchern. 60 Milliarden davon waren Kontrakte zur Absicherung von „zweitklassigen“ Hypothekenanleihen. Was das Wort „zweitklassig“ bedeutet wissen wir ja nun alle durch die Finanzmarktkrise. Auf den Punkt gebracht bedeute das für AIG, dass Sie gegen fortlaufende Gebühren das Ausfallrisiko dieser zweitklassigen Hypothekenanleihen übernommen haben. Als dann im Laufe der Zeit immer mehr Hausbesitzer Ihre Kredite nicht mehr bedienen konnten und die ersten Kredite ausgefallen sind musste AIG Ausgleichzahlungen an den Sicherungsnehmern zahlen. AIG musste mittels des amerikanischen Staats gerettet werden, aber auch hier in Deutschland gibt eine Bank fleißig CDS raus. Es handelt sich um die Deutsche Bank.
Ein weiteres Problem bei CDS-Kontrakten ist die Kettenreaktion, welche beim Ausfall eines Sicherungsgeber sehr schnell passieren kann. Denn ein Sicherungsgeber sucht sich häufig eine andere Bank um das Risiko wieder zu verlagern. Und die neue Bank sucht sich eine nächste Bank. Das kann ewig so weiter gehen. Bis dann wirklich der „Schadensfall“ eintritt und die letzte Bank bezahlen muss. Wenn diese Bank aber nicht bezahlen kann, dann trifft das auch die Banken, welche davor geschaltet waren. In diesem Zusammenhang kann man auch die Hypo Real Estate nennen und bei der Rettung mit Systemrelevanz argumentieren.
Die Internationalen Aufsichtsbehörden haben dieses Problem längst erkannt und versuchen dem Problem Herr zu werden. 2007 wurde das Gesamtvolumen auf 60 Billionen US-Dollar beziffert. 2010 waren es nur noch 27 Billionen US-Dollar. Der Internationale Währungsfonds schätzt das Welt-BIP auf 60,9 Billionen US-Dollar und das BIP der EU-Zone auf 18,4 Billionen US-Dollar.
CDS-Kontrakte sind nur ein kleiner Teil des großen Derivatemarktes, dieser wurde Ende 2009 auf 604,6 Billionen US-Dollar geschätzt. Es ist unbedingt notwendig, dass dieser Markt transparenter gemacht wird. Ein erster Schritt sind die Clearing- Häuser. Das sind Mittelsmänner, welche eine Kontrakterfüllung garantiert.
Ich persönlich kann mir sehr gut vorstellen, dass diese Blase im Zusammenhang mit anderen Komponenten platzen wird. Andere Komponenten sind die „Zombiebanken“, also Banken die gar nicht ohne das „Billige“ Geld der Notenbanken überleben könnten. Außerdem muss etwas gegen den „Moral Hazard“ getan werden, sprich gegen die „der Staat wird uns schon retten“ Einstellung. Diese Haltung „too big to fail“ macht die Banken eben einfach Risikofreudiger in der Entscheidung zukünftiger Investitionen. Die Schaffung von neuen Aufsichtsbehörden, bzw. die Erhöhung der Mittel von Aufsichtsbehörden würde sicherlich so manchem eingegangen Risiko den Riegel vorschieben.
Liebe Grüße
Martin Brosy
