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Afghanistan- Millionen an Entwicklungshilfe werden verschwendet

Ich habe heute einen sehr interessanten Dokumentarfilm im Westdeutschen Rundfunk gesehen. Es ging um die Entwicklungshilfe in Afghanistan und wie sich deutsche Firmen im vom „Krieg“ geprägten Land engagieren.

Vorrangig wurde die Entwicklungshilfe am Beispiel des Aufbaus eines Stromnetzes in Kabul gezeigt.

Aus dem Bericht ging hervor, das etwa 15 Prozent der afghanischen Bevölkerung ans Stromnetz angeschlossen sind, andere Quellen sprechen sogar nur von 6 Prozent im Jahr 2009.

Diese Zahl ist schon enorm verwunderlich, denn Gelder fließen in Millionenhöhe zum Aufbau der Infrastruktur. Namenhafte deutsche Firmen wie die MVV decon GmbH sind in der Energiewirtschaft tätig. Die MVV decon GmbH berät seit 2006 das afghanische Ministerium für Energie und Wasser. Insgesamt hat die Weltbank 12 Millionen Euro für den Wiederaufbau des Stromnetzes bereit gestellt. Der Deutsche Beitrag beträgt im Zeitraum von 2004 bis 2013 über 51 Millionen Euro.

Das Ergebnis

Einige Wasserkraftwerke um Kabul sind im schlechten Zustand, liegen teilweise still oder sind ineffizient. Warum ist das so? Erstens, weil den Afghanen zwar ein hochmodernes Wasserkraftwerk mit Turbinen von Siemens gebaut wurde doch hat die verantwortliche deutsche Firma kein Handbuch zur Bedienung verfasst und das nötige Know How nicht weiter gegeben. Zweitens, ein anderes Wasserkraftwerk liegt an einem Fluss, der Fluss ist aber über den Sommer völlig trocken und die Turbinen sind durch das sandige Wasser im sehr schlechten Zustand. Auch Umspannwerke wurden gebaut, allerdings mit 15.000Volt, dass in den 50er Jahren erbaute Kabulerstromnetz benötigt aber 20.000 Volt.

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Probleme

Die Korruption ist ein sehr großes Problem, die Leute die in Kabul ans Stromnetz angeschlossen werden wollen müssen die Kabel und das ganze Zubehör selbst kaufen. Anschließend müssen Sie einen Antrag zur Genehmigung bzw. zum Anschluss ans Stromnetz bei der MVV decon GmbH einreichen. Der Clou ist, wenn du Geld hast bekommst du diese Genehmigung über Hintermänner sehr schnell, falls nicht kannst du schon mal 3 Jahre warten.

Aber auch viele Firmen die Entwicklungshilfe leisten sind korrupt. Der Bericht schildert das wie folgt, eine Firma schließt einen Vertrag, z.B. mit der KfW über 1 Million Euro ab. Davon liefert sie Turbinen im Wert von 600.000 Euro und 400.000 Euro werden über Hintermänner zurück nach Europa transferiert.

Ein anderes Problem ist die Sicherheitsausrüstung der Angestellten in manchen veralteten Umspannwerken, einer berichtet, dass wegen der fehlenden Sicherheitsausrüstung in den letzten Jahren 10 seiner Mitarbeiter gestorben sind.In einem anderen Kraftwerk können und wollen viele Menschen nicht arbeiten, weil der Teil des Landes von den Taliban kontrolliert wird, die Folge? Ein Viertel der Entwicklungshilfe muss für Sicherheit, sprich Polizei und Militär ausgegeben werden.

Anmerkung

Ich möchte hier nicht in Frage stellen, dass es keinen Fortschritt in Afghanistan gibt, allerdings hat mich der Bericht und meine Recherchen sehr geschockt. Deshalb wollte ich die negativen Aspekte hier mal auflisten. Meine Intention besteht auch nicht darin einen politischen Threat zuschreiben, sondern ich möchte auf die Missstände hinweisen, welche auch durch deutsche Firmen zu verantworten sind.

Quellen

http://www.bmz.de/de/laender/partnerlaender/afghanistan/projekte/Wasserkraftwerke.html

http://www.nachtwei.de/index.php/articles/754?theme=print

http://www.pressebox.de/pressemeldungen/mvv-energiedienstleistungen-gmbh/boxid-260118.html

http://www.mvv-energiedienstleistungen.de/int_consulting/kompetenzen/decon/

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